Eine große Dynastie steigt aus der Politik aus: Jeb Bush, ehemals großer Favorit, beendet nach einem 4. Platz in South Carolina seine Kampagne. Donald Trump sichert mit dem Sieg seine Spitzenposition ab, während sich Hillary Clinton in Nevada mit dem Sieg Luft gegenüber Bernie Sanders verschafft.

Nachdem das Rennen in Nevada immer mehr zum Krimi wurde, konnte Hillary Clinton doch noch den Sieg retten. Mit 53 Prozent liegt sie rund 6 Punkte vor Bernie Sanders. Ein großer Sieg für Clinton, zeigt er doch, dass sie ihre wichtigsten Gebiete im Süden und Westen anscheinend noch behaupten kann. Bei den gebundenen Delegierten, also jenen die effektiv gewählt werden, liegen Clinton und Sanders nun praktisch gleich auf (siehe Ergebnisse).

Knall bei den Republikanern
Das Ausscheiden von Jeb Bush war nicht die einzige große Meldung des republikanischen Wahlabends. Während Donald Trump mit 31 Prozent sicher gewinnen konnte, schob sich Marco Rubio mit 23 Prozent noch knapp vor Ted Cruz. Das ist überraschend, nachdem viele Experten Rubio nach schwacher Debatte und schlechtem Ergebnis in New Hampshire schon in Problemen gesehen haben. Jeb Bush und John Kasich lagen letztendlich bei 8 Prozent, Ben Carson bei 7.

Nun Duell Trump vs. Rubio?
Das Ausscheiden von Jeb Bush, der große Hoffnungen in den Südstaat South Carolina hegte, ändert die Dynamiken komplett. Donald Trump zeigt sich einerseits nun endgültig als Favorit auf die Nominierung. Wenn er weiter in dieser Art und Weise Delegierte hamstern kann, ist eine absolute Mehrheit für den Milliardär gar nicht mehr unrealistisch.

Währenddessen dürfte sich das Establishment nun doch auf die Seite von Marco Rubio schlagen. Bush und Rubio fischten im gleichen Wählerpool. Noch dazu kommen beide aus Florida. Es ist davon auszugehen, dass sich ein Großteil der Bush-Anhänger nun für Rubio einsetzt, der somit Trump ernsthaft naherücken könnte. John Kasich kann zudem den Schwung nach Platz 2 in North Carolina zumindest noch nicht nutzen.

Jetzt geht es so richtig los
Wir befinden uns trotz allem noch am Beginn der Vorwahlen. In nicht einmal zwei Wochen wird das Bild aber wohl klarer sein. Nachdem am kommenden Samstag die Demokraten in South Carolina und die Republikaner in Nevada wählen, geht es am Super Tuesday am 1. März gleich um 11 Staaten. Bis dahin könnten sich die wichtigsten Fragen zu beantworten beginnen: Gibt es einen Zweikampf zwischen Trump und Rubio und kann Sanders Clinton wirklich noch gefährlich werden? Zur letzten Frage: Es sieht derzeit so aus, als könnte Clinton den allerletzten Rettungsreifen noch ergreifen.