Das Ergebnis des 2. Super Tuesdays ist nicht überraschend, trotzdem eine riesige Entwicklung. Hillary Clinton ist nach 5 Siegen in 5 Staaten nun wohl nicht mehr einholbar. Auch steht nun praktisch fest, dass Donald Trump die Vorwahlen als Sieger beenden wird, seine Nominierung steht aber trotzdem auf der Schwebe. John Kasich gilt nun als Retter des Establishments, während Marco Rubio seine Kampagne und wohl auch seine politische Karriere an den Nagel hängt.

Hillary Clinton wird die Nominierung der Demokraten gewinnen. Obwohl sie von den notwendigen Delegierten mathematisch noch ein Stück entfernt ist, ist ihr der Sieg praktisch nicht mehr zu nehmen. Wie vor wenigen Tagen beleuchtet, zeigt Bernie Sanders auch am 2. Super Tuesday gute Performances. Einzelne Siege und überraschend knappe 2. Plätze reichen allerdings nicht aus, um die dominierende ehemalige First Lady zu besiegen.

Ergebnisse Demokraten 15.03.

Vor allem nicht, wenn knappe Rennen verloren gehen. Die hauchdünnen Niederlagen in Illinois und Missouri sind für Sanders schmerzvoll. Ob knapper Sieg oder knappe Niederlage ändert zwar nicht viel an den gewonnenen Delegierten, zusätzliches Momentum geht aber verloren. Besonders die klaren Siege Clintons in den delegiertenreichen Staaten Florida, North Carolina und Ohio vergrößern ihren Vorsprung immens.

Clintons indirekte Siegesrede
Auch Clinton selbst sieht das Rennen wohl schon als gewonnen an. Sie gratulierte ihrem Kontrahenten kurz zu seiner guten Kampagne und beschäftige sich in ihrer Siegesrede ansonsten nur mit Donald Trump. Bernie Sanders will von einem Ende seiner Bewerbung jedoch nichts wissen. Es ist gut möglich, dass er mit seinem Weiterkämpfen die endgültige Entscheidung noch bis in den Juni hinauszieht (California wählt mit 475 Delegierten erst am 7.6.). An der Nominierung Clintons wird das aber nichts mehr ändern.

Trump wird Vorwahl gewinnen, aber
Auch als praktisch fix gilt, dass Donald Trump die republikanischen Vorwahlen als 1. beenden wird. Er wird mit großem Vorsprung zum Parteitag der Grand Old Party im Juli fahren. Doch, ob er auch wirklich nominiert wird, bleibt gänzlich offen. Wie im Vorbericht zum Super Tuesday gezeigt, liegt Trump in aktuellen Hochrechnungen knapp an der Schwelle der für die absolute Mehrheit notwendigen 1.237 Delegierten. Erreicht er diese Zahl nicht, wird das Establishment alles versuchen, um einen anderen Kandidaten bei den dann völlig freien Delegierten durchzuschummeln.

Ergebnisse Republikaner 15.03.

Dieses Establishment hat im Wahlkampf nun ein neues Aushängeschild: John Kasich nimmt Donald Trump mit einem klaren Sieg in Ohio 66 wichtige Delegierte weg und bewirkt eben damit, dass der Baulöwe um die absolute Mehrheit kämpfen muss. Wenige Delegierte und somit auch wenige Stimmen in einzelnen Vorwahlrennen könnten darüber entscheiden, ob Trump knapp über 1.237 kommt oder nicht.

Ende für Marco Rubio
Während Ted Cruz am Wahlrennen in Missouri fast gewinnen konnte, sonst aber farblos bleibt, ist das Rennen für den nächsten ehemaligen Top-Favoriten gelaufen: Marco Rubio gibt auf. Ihm ereilt das Todesurteil, in seinem Heimatstaat nicht gewinnen zu können. Er erreicht in Florida gerade einmal 27% und verliert klar gegen Donald Trump, der alle 99 Delegierten gewinnt. Auch in den anderen Staaten ging er unter, er verlor das Establishment zum Großteil an Kasich. Seine politische Karriere ist somit zumindest vorerst beendet, nachdem er auch nicht zur Wiederwahl für seinen Senatssitz antritt. In seiner letzten Rede rief er die Republikaner nochmals dazu aus, konservative Werte, nicht Angst und Wut zu wählen.

Verschnaufpause
Der große Wahlmärz ist somit zu Ende. Zwar stehen laufend weitere Vorwahlen an, unter anderem am nächsten Dienstag im größeren Arizona, doch richtig ernst wird es erst wieder Mitte April, wenn die Vorwahlen in New York, Pennsylvania und einigen vorwiegend östlichen Staaten vonstatten gehen.