Neue Forschungsergebnisse – 66 Mio. Jahre v. Chr.: Als es auf der Erde dunkel wurde

Der Einschlag eines gewaltigen Asteroiden am Ende der Kreidezeit rottete nicht nur die Dinosaurier aus, sondern mit ihnen drei Viertel aller Arten auf der Erde. Welche Folgen allein der durch Brände freigesetzte Ruß damals nach sich zog, haben nun Forscher mithilfe von Simulationen ermittelt. Demnach könnte der dichte Rußschleier die Erde damals für zwei Jahre lang in Dunkelheit gehüllt haben – mit fatalen Folgen für Klima und Pflanzenwelt. Doch selbst als das Licht zurückkehrte, wurde es kaum besser. Denn der Ruß bewirkte auch einen drastischen Ozonschwund in der Stratosphäre.

Die Katastrophe ereignete sich vor rund 66 Millionen Jahren: Ein etwa zehn Kilometer großer Asteroid raste auf die Erde zu und schlug in der Gegend der heutigen Halbinsel Yucatan ein. Der Impakt setzte in Bruchteilen von Sekunden gewaltige Energien frei und ließ den Asteroiden, aber auch große Teile des Untergrunds sofort verdampfen. Eine Schock- und Hitzewelle raste um die Erde. Gleichzeitig löste der Einschlag starke Erdbeben, Tsunamis und Waldbrände aus und verstärkte die ohnehin schon heftigen Vulkanausbrüche des Dekkan Trapp-Gebiets im heutigen Indien. „Schon diese unmittelbaren Folgen des Einschlags hätten ausgereicht, um viele der großen Landtiere auszurotten“, erklärt Erstautor Charles Bardeen vom US National Center for Atmospheric Research in Boulder. „Aber die Tiere, die in den Ozeanen lebten, die sich unter der Erde vergraben konnte oder wenigstens zeitweilig untertauchen, hätten diese erste Phase wahrscheinlich überlebt.“

Doch den Überlebenden wurden nun die Spätfolgen des Einschlags zum Verhängnis: Dunkelheit und Kälte. Bereits Anfang dieses Jahres hatten Forscher ermittelt, dass durch den Impakt des Chicxulub-Asteroiden große Mengen schwefelhaltige Schwebstoffe freigesetzt wurden, die sich wie ein Schleier rund um die Erde legten. Allein die abkühlende Wirkung dieser Schwefelaerosole könnte die globalen Temperaturen um mehr als 20 Grad gesenkt haben – die Jahresmitteltemperatur fiel dadurch unter den Gefrierpunkt. Jetzt haben Bardeen und seine Kollegen einen weiteren Akteur dieses Szenarios untersucht: den bei den vielen Bränden freigesetzten Ruß. Untersuchungen in den damals abgelagerten Sedimenten belegen, dass direkt nach dem Einschlag mindestens 15.000 Millionen Tonnen feiner Ruß in die Atmosphäre gelangten – möglicherweise sogar noch viel mehr, wie die Forscher erklären. Welche Folgen dies für das Klima und die Lebenswelt der Erde hatte, haben sie nun in einer Reihe von Modellsimulationen untersucht.

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