Pharma korrumpiert Ärzte für verdeckte Medikamenten-Studien ohne Wissen der Patienten

Ärzte verschreiben ahnungslosen Patientinnen bestimmte Pillen, nur weil sie von der Pharma für eine «Studie» dafür bezahlt werden.

Häufig verschreiben Ärzte ein bestimmtes Medikament nicht deshalb, weil es für die konkrete Patientin oder den konkreten Patienten das zweckmässigste ist, sondern wählen ein Medikament, bei dessen Abgabe sie zusätzlich verdienen. Möglich machen das zum Beispiel die vom Hersteller bezahlten «Anwendungsbeobachtungen».

«Transparency International» spricht bei diesem Vorgehen von «legalisierter Korruption». Gegen ein Honorar von zum Beispiel 300 Franken markieren Ärzte auf einem Formular, wie gut ein Patient oder eine Patientin ein bestimmtes Medikament verträgt und übermitteln dieses dem Pharmahersteller. Solche Kontrollen nach breiter Einführung eines Medikaments wären eigentlich sinnvoll, weil ein Medikament vor der Zulassung meistens nur von etwa tausend gesunden, meist männlichen Probanden getestet wurde.

Pharmakologen kritisieren schon lange, dass diese von den Pharmafirmen bezahlten «Anwendungsbeobachtungen», auch «Postmarketingstudien» oder «Beobachtungsstudien» genannt, nicht dazu taugen, unerwartete Nebenwirkungen eines Medikaments frühzeitig zu erkennen. Die Zahlungen sollen Ärztinnen und Ärzte vor allem dazu verleiten, bestimmte, meist neue und teurere Medikamente des zahlenden Pharmakonzerns zu verschreiben.

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