Praxistest belegt erneut: Sonnensteine der Wikinger funktionierten auch bei Wolken

Budapest (Ungarn) – Glaubt man den mystischen Überlieferungen der Wikinger, so sollen die Nordmänner mit sogenannten „Sólsteinnen“, also mit „Sonnensteinen“, in der Lage gewesen sein, den Stand der Sonne selbst bei bedecktem Himmel und sogar noch nach Sonnenuntergang exakt zu bestimmen. Im polarisierenden Effekt von Kalzitkristallen sehen Forscher schon länger den wahren Kern hinter der Legende. In einem Planetarium haben Wissenschaftler nun die Wirksamkeit der Sonnensteine erfolgreich überprüft.

Wie die Wikinger in der Lage waren, zwischen Norwegen, Island und Grönland tausende von Kilometern zurückzulegen und trotz meist widriger Sichtbedingungen zum Sternenhimmel stets sicher zu navigieren, galt lange Zeit als großes Rätsel. Schließlich war zur Zeit der Wikinger (750-1066 n. Chr.) der Kompass zum einen noch nicht bekannt – zum anderen wäre dieser teilweise derart nahe am Nordpol zur Navigation auch nur von begrenztem Nutzen gewesen.

Derweil wird schon im isländischen Gesetzbuch „Grágás“ oder den Legenden um den Held Sigurd berichtet, dass die Wikinger über sogenannte Sonnensteine verfügten, mit denen sie selbst bei bedecktem Himmel die Position der Sonne ermitteln konnten. So soll Sigurd auf Anfrage von König Olaf, nach dem Stand der Sonne einen solchen „Sólsteinn“ genommen, damit gen Himmel geblickt und so die Position der nicht sichtbaren Sonne ermittelt haben.

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