Neue Forschunghinweise: Plattentektonik offenbar weit älter als gedacht

Der einzigartige Kontinentaldrift der Erde ist offenbar älter als bisher gedacht. Das Wandern und Aufschmelzen von Krustenplatten könnte schon vor 3,5 Milliarden Jahren in vollem Gange gewesen sein – darauf deuten nun Analysen von Titan-Isotopen in Gesteinen hin. Die Plattentektonik wäre demnach mindestens 300 Millionen Jahre älter als bislang angenommen, wie Forscher im Fachmagazin Science berichten. Wodurch die Drift jedoch in Gang kam, ist noch immer rätselhaft.

Die Erde ist der einzige Planet im Sonnensystem mit einer aktiven Plattentektonik: Ständig entsteht neue Kruste entlang der mittelozeanischen Rücken und wird an den Kontinenträndern wieder in die Tiefe gedrückt und aufgeschmolzen. Erst durch dieses Gesteins-Recycling entstand einst aus der vorwiegend mafischen, eisen- und magnesiumreichen Erdkruste die erste kontinentale Kruste der Urerde. Sie besteht vorwiegend aus sogenannten felsischen Silikatmineralen wie Feldspat und Quarz.

Kommentar: Vor einigen Jahren wurden auch auf dem Mars Anzeichen von Plattentektonik entdeckt.

Rätsel des Anfangs

Doch so allgegenwärtig die Plattentektonik heute ist, so rätselhaft sind ihre Anfänge. Denn wodurch die Plattentektonik auf der Urerde in Gang kam, ist bisher unbekannt. Einige Forscher halten Mantelplumes für den Auslöser, andere sehen sich akkumulierende Schäden in der Urkruste für die Ursache.

Ebenso unklar ist, wann die Kontinentaldrift begann. Urzeitliche Einschlüsse in Diamanten deuten auf einen Beginn vor rund drei Milliarden Jahren hin, während ein Zirkon-Mineral aus Grönland sogar für einen Anfang der Drift vor bis zu 3,2 Milliarden Jahren spricht.

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