Hochbegabung – Reicht der IQ als Kriterium nicht mehr aus?

Wie viel ist Intelligenz wirklich wert? Vielleicht gar nicht so viel. Hoch begabt ist, wer der Menschheit nützt, kommentiert Tanja Gabriele Baudson.

Der von mir sehr verehrte William Stern hat es einmal so formuliert: „Begabung ist kein Verdienst, sondern eine Verpflichtung.“ Mit dem Können geht seiner Ansicht nach also eine Verantwortung einher; aber wer sind diejenigen, die bereit sind, diese zu übernehmen?

Vor einiger Zeit brachte mich ein wissenschaftlicher Artikel um den Schlaf, und obwohl ich am nächsten Tag wirklich früh raus musste, konnte ich ihn nicht aus der Hand legen. Das ist mir schon lange nicht passiert, und deshalb wollte ich dies mit Ihnen teilen. Robert J. Sternberg, der Autor des Beitrags, stellte sich nämlich die Frage, ob der IQ überhaupt noch ein hinreichendes Kriterium dafür ist, damit wir von einer Hochbegabung sprechen können. Auf den ersten Blick mag man das für ziemlich unsinnig halten. Wir haben mit den zahlreichen vorhandenen IQ-Tests objektive und präzise Messinstrumente, die Schulnoten, Bildungsabschlüsse, sozioökonomischen Status, Einkommen und sogar die Lebenserwartung gut vorhersagen – alles Dinge also, die man nach konventionellen Kriterien durchaus als „Erfolg im Leben“ verbuchen könnte.

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