„Erst Euphorie, dann Frust“: Ehemaliger BAMF-Mitarbeiter berichtet über seinen Arbeitsalltag mit Zugewanderten

Anfängliche Euphorie wich schon bald Enttäuschung und Frust: Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schildert gegenüber RT Deutsch, was er in seinem Arbeitsalltag erlebt hat und warum er die bestehende Flüchtlingspolitik ablehnt.

RT Deutsch dokumentiert im Folgenden einen Erfahrungsbericht eines ehemaligen Mitarbeiters des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der anonym bleiben möchte. Die Identität des Mannes ist uns bekannt, ebenso haben wir überprüft, dass er wirklich für das BAMF gearbeitet hat. Wir möchten unsere Leserschaft darauf hinweisen, dass es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht handelt. Die darin gemachten Äußerungen und Behauptungen werden daher nicht zwangsläufig von RT Deutsch geteilt und können nicht unabhängig verifiziert werden.

Überschwänglich und motiviert hatten ich und die anderen frisch geschulten Mitarbeiter des BAMF vor über einem Jahr unseren neuen Arbeitsplatz bezogen. Das Gebäude, in dem zuvor ein großes Unternehmen beheimatet war, war nun der Ort, an dem die Anhörungen und Entscheidungen über die Asylanträge durchgeführt wurden. Die BAMF-Mitarbeiter waren eine bunte Mischung von jung bis alt, darunter langjährige Rechtsanwälte, aber auch Leute, die frisch von der Uni kamen, oder Senioren mit Uni-Abschluss. Die meisten waren junge Juristen oder Sozial- und Politikwissenschaftler, die liberal und offen waren. Ich persönlich hatte mich beim BAMF beworben, weil ich den Menschen helfen wollte, die in Not sind. In einem dreiwöchigen Crashkurs wurden wir gebrieft und auf unseren Einsatz vorbereitet.

Das war vor über einem Jahr. Die anfängliche Euphorie sollte jedoch nicht lange anhalten. Am Anfang, als ich zum ersten Mal die Schilderungen der Flüchtlinge gehört hatte, habe ich alles geglaubt. Es hat mich auch ziemlich mitgenommen. Aber mit der Zeit bekommt man Erfahrung und versteht, wie der Hase läuft. Jedes Land hat seine eigenen Geschichten und Trends. Wenn eine Geschichte durchgeht, also Asyl gewährt wird, hört man in der nächsten Woche die gleiche Geschichte in den verschiedensten Varianten.

Man lernt jedoch schnell, wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Es geht dann häufig nur darum, die Widersprüche oder Ungereimtheiten aufzudecken und zu protokollieren. In Afghanistan und Pakistan sind es meistens die Taliban oder Familienfehden in Verbindung mit den Taliban. Bei Afrikanern hört man oft Flucht vor Beschneidung bei Frauen oder Familienfehden. Da kommt von Vergewaltigung bis Mord alles vor. Nach einiger Zeit legt man sich jedoch ein dickes Fell zu, und man nimmt die Geschichten einfach auf, ohne dabei emotional zu werden wie ein Arzt, der sich an den Anblick von Blut gewöhnt hat.

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