Genanalyse: Chinesische Frühmenschen mit Ureinwohnern Südamerikas verwandt

Peking (China) – Die DNA-Analyse eines 40.000 Jahre alten, frühen chinesischen Homo sapiens offenbart ein überraschendes Verwandtschaftsverhältnis mit den Ureinwohnern Südamerikas, nicht aber mit den nördlichen Indianervölkern. Das Ergebnis bestätigt jüngste Thesen, wonach mindestens zwei voneinander unabhängige Gruppen einst aus Asien nach Amerika eingewandert sind. Zudem findet sich sein Erbgut in einem frühzeitlichen Belgier.

Wie das Team um Fu Qiaomei vom Molecular Paleontology Lab der Chinesischen Akademie der Wissenschaften aktuell im Fachjournal Current Biology (DOI: 10.1016/j.cub.2017.09.030) berichtet, fehlten bislang umfangreiche Analysen des Erbguts früher Homo sapiens aus Ostasiaten und China. Mit der DNA-Analyse des Tianyuan-Menschen (der 2003 sog. Tianyuan-Höhle gefunden wurde) sei diese Lücke nun geschlossen worden. Anhand der Daten und im Abgleich mit der DNA können Wissenschaftler die unterschiedlichen Wanderbewegungen des frühen modernen Menschen nach Europa, Asien bis schlussendlich auf die amerikanischen Kontinent nachzeichnen.

Die Analyseergebnisse an dem ältesten Homo-sapiens-Fossil, das bislang in China und dem ost-eurasischen Raum gefunden offenbart, dass auch diese Frühmenschen sich einst mit Neandertalern, nicht aber mit den kaukasischen Denisova-Menschen (dessen Erbgut sich heute noch bei Menschen in Papua-Neuguinea findet) vermischt haben.

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