Anomalie: Delle im Magnetfeld bereits in der Eiszeit

Das Erdmagnetfeld hat über dem Südatlantik eine gewaltige Delle. Seine Stärke beträgt hier nur rund die Hälfte des Normalwertes, dadurch ist die Schutzfunktion des Feldes drastisch reduziert.

Die traditionelle Sicht, dass diese Anomalie eine vorübergehende Erscheinung ist, geriet in den vergangenen Jahren unter Druck, weil 1000 Jahre alte Proben aus dem südlichen Afrika auch ihre Spuren tragen. Basaltproben von Tristan da Cunha zeigen jetzt, dass es die Anomalie auch vor Zehntausenden von Jahren gab.

Die Magnetfeldanomalie im Südatlantik reicht wesentlich weiter in die Erdvergangenheit, als man bisher annahm. Eine Arbeitsgruppe aus Großbritannien und Deutschland hat jetzt Gesteinsproben der Vulkaninsel Tristan da Cunha im Südatlantik ausgewertet und auch für eine 30.000-Jahres-Periode der jüngeren Erdvergangenheit drastisch verringerte Magnetfeldstärken entdeckt.

„Wir haben in der Periode, die vor 80.000 Jahren begann und vor 56.000 Jahren endete, fünf Vorgänge, bei denen die Magnetfeldstärke ähnlich schwach wie heute war“, berichtete Jay Shah, Doktorand am Londoner Imperial College, auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien. Er hatte die Gesteinsproben für seine Master-Arbeit ausgewertet.

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