Geschichtenerzählen förderte sozialen Zusammenhalt – noch vor der Entstehung von Religionen

London (Großbritannien) – Bislang galten die ersten organisierte Religionen, also der Glaube an übermächtige und auch strafende Götter, als Stifter der Regeln und Werte des sozialen Zusammenlebens. Eine neue Studie englischer Wissenschaftler zeigt nun, dass schon vor der Entstehung der Religionen, die Geschichtenerzähler die gleiche Funktion in den Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften erfüllten – und bis heute erfüllen.

Wie das Team um den Anthropologen Daniel Smith, Andrea Migliano und Lucio Vinicius vom University College London aktuell im Fachjournal Nature Communications (DOI: 10.1038/s41467-017-02036-8) berichtet, bildeten die Geschichten dieser Märchenerzähler die Grundlage für das soziale Zusammenleben und die gemeinschaftlichen Werte – und das lange bevor vergleichbare Mechanismen in den größeren Agrargemeinschaften durch moralisierende hohe Götter entstanden.

Die Forscher berichten auch, dass es diese Geschichtenerzähler waren, die in ihren Gemeinschaften sogar noch angesehener und beliebter waren, als die besten Wildbeuter. Dieser soziale Stand drückte sich sogar in einer höheren Reproduktionsrate dieser Geschichtenerzähler aus.

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