Sumpf des Sports: Ehemaliger Teamarzt im US-Turnverband gesteht sexuelle Übergriffe – 130 Anklagen von Sportlerinnen

Lange wurde der Missbrauch im US-Turnsport unter der Decke gehalten. Jetzt beklagen Athletinnen von sexuellen Übergriffen ihres ehemaligen Teamarztes. Der hat einige der 130 Taten nun gestanden.
Nun hat auch Gabrielle Douglas ihr Schweigen gebrochen. Die dreimalige Turn-Olympiasiegerin berichtete auf Instagram, dass der frühere Team-Arzt des US-Verbandes auch sie sexuell missbraucht habe. Mindestens 130 Turnerinnen aus den USA haben inzwischen Zivilklagen gegen den inzwischen längst suspendierten Mediziner Lawrence „Larry“ Nassar von der Michigan State University eingereicht, der sich nun vor einem US-Gericht in seiner Heimatstadt verantworten muss.

Nun bekannte sich der 54-Jährige vor dem Gericht in Lansing des sexuellen Missbrauchs in sieben Fällen für schuldig. Das berichtete der Indianapolis Star am Mittwoch auf seiner Webseite. Das Geständnis ist Teil einer Abmachung mit der Staatsanwaltschaft. Ihm droht nun eine Gefängnisstrafe von 25 bis 40 Jahren statt lebenslange Haft. Das Urteil soll im Januar gesprochen werden.

Als Grund für ihr bisheriges Schweigen nannte „Gabby“ Douglas die Tatsache, dass sie zu einer Gruppe gehörte, die auf „Stillschweigen trainiert war“. Seit vor einem Jahr die Zeitung Indianapolis Star als erste von Misshandlungen junger Turnerinnen berichtete, kommen immer neue Details der Methoden des Arztes ans Tageslicht.

Kommentar: Bedeutet diese Gruppe des Stillschweigens auch, dass mit Doping trainiert wurde?

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