Was steckt hinter dem Incubus-Phänomen? Meta-Analyse untersucht “dämonische Schlafparalyse”

Leiden (Niederlande) – Schon im antiken Mesopotamien werden Albträume verursachende nachtaktive Dämonen beschrieben, die an Schlafenden sexuelle und/oder aggressive Handlungen vollziehen und einem den sprichwörtlichen Atem rauben. Im Mittelalter als aufgrund der von lateinischen Bezeichnung für „oben liegen“ (incubare) als „Incubus“ beschrieben, werden solche Erlebnisse bis heute immer wieder berichtet. Das Ergebnis einer Metastudie zeigt nun, dass das Incubus-Phänomen aus klinischer Sicht weitaus größere Relevanz birgt als die reine sog. Schlafparalyse, als die entsprechende Erfahrungen bislang gerne abgetan wurden.

Tatsächlich sei das wortwörtlich furchterregende Phänomen sehr viel weiter verbreitet als bislang vermutet, berichten Professor Dr. Jan Dirk Blom von der Universiteit Leiden und Kollegen aktuell im Fachjournal Frontiers in Psychiatry (DOI: 10.3389/fpsyt.2017.00253). Zudem tragen sich die Erlebnisse zwar tatsächlich meist während der Phasen der sogenannten Schlafparalyse zu – also in einem auch als Schlafstarre bezeichneten Zustand, während dessen die Skelettmuskulatur geradezu gelähmt ist, wodurch verhindert wird, dass wir geträumte Bewegungen tatsächlich ausführen – doch gehe das Phänomen weit über diese reine Schlaflähmung hinaus.

Während normalerweise der so paralysiert Schlafende schläft, kommt es immer wieder vor, dass Menschen in diesem Zustand teilweise erwachen, ohne dass sich die Starre löst und die Betroffenen jedoch weiterhin träumen. Ein Zustand also zwischen Wachen und Traum, jedoch in der Schlafstarre gefangen.

Powered by WPeMatico