Verblendet: Finnland bereitet sich auf Krieg mit Russland vor

Angesichts des großangelegten russischen Militärmanövers in der Nähe der finnischen Grenze hat die politische Führung in Helsinki beschlossen, ihre Bürger in die Wahrheit über das Netzwerk von Untergrundtunneln unter der Hauptstadt einzuweihen, berichtete „The Wall Street Journal“. Russische Militärexperten bezeichneten dies bereits als Paranoia.

WB: Sanders bleibt Caucus-King, Republikaner geteilt

Bei den Vorwahlen in der Nacht auf Mittwoch zeigte sich abermals, dass Bernie Sanders bei Caucus-Wahlen dank hoher Wählermobilisierung die Nase vorne hat. Hillary Clinton kann Sanders Siege in Utah und Idaho aber durch einen klaren Gewinn von Arizona kompensieren. Bei den Republikanern gewinnt Donald Trump Arizona, Ted Cruz Utah. Nachdem beide Staaten nach dem Prinzip Winner-takes-it-all-Prinzip wählten, wird die Route zu einer absoluten Mehrheit für Trump abermals enger.

Über praktisch unendliche Schlangen wurde bei den Caucuses in Utah und Idaho berichtet. Bernie Sanders schafft es erneut, für diese zeitaufwändige Wahlform mehr Menschen zu begeistern als Hillary Clinton. Mit 78 Prozent wird der Senator aus Vermont hier zumindest 17 der 23 Delegierten für sich beanspruchen. In Utah ist das Bild ähnlich: 80 Prozent wählten Sanders, hier gibt es insgesamt 33 Delegierte zu gewinnen.

Auf die Vorwahlen hat das allerdings keine großen Auswirkung. Erstens sind Utah und Idaho tief republikanische Staaten und haben somit kein großes Wort. Zweitens sind beide Staaten im Westen der USA klein. Hillary Clinton kann mit dem Sieg bei den Primaries in Arizona (58 zu 40 Prozent) wohl rund 50 der 75 Delegierten für sich beanspruchen und somit die Verluste in Idaho und Utah zu einem weiteren Ausbau ihres Vorsprungs umwandeln.

Bernie Sanders ist zudem der Favorit der im Ausland lebenden Demokraten. Mit rund 69 Prozent der Stimmen gewinnt er 9 der 13 Delegierten, welche die Parteianhänger in 39 Ländern weltweit vergeben konnten. Clinton erhält lediglich 31 Prozent und 4 Delegierte.

Siege für Trump und Cruz
Bei den Republikanern kann Donald Trump einen weiteren recht klaren Sieg für sich verbuchen. In Arizona gewinnt er mit 47 Prozent vor Ted Cruz mit 25 Prozent. Arizona wählt nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip, somit gehen alle 58 Delegierten an den Baulöwen. Ted Cruz gewinnt in Utah. Mitt Romney ebnete mit seiner Unterstützung für Cruz im Mormonen-Staat den Weg. Mit 69 Prozent dominiert der Tea-Party-Anhänger hier das Feld, Trump wird mit 14 Prozent gar nur 3. hinter John Kasich (17%). Alle 40 Delegierten gehen hier an Cruz.

Contested Convention wird wahrscheinlicher
Während es bei den Demokraten immer klarer wird, dass Clinton zwar noch lange kämpfen muss, letztendlich aber die Vorwahlen gewinnen dürfte, versinken die Republikaner immer mehr in Unsicherheit. Niederlagen in Staaten, die nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip wählen, sind Gift für Trump. Es zeigt sich, dass es auf wenige Delegierte und marginale Unterschiede in einzelnen Bundesstaaten ankommen könnte, ob Trump die für die Nominierung notwendige absolute Mehrheit von 1.237 Delegierten erhält oder nicht. Die letzte Prognose von 538 sieht Trump bei nur 1.208 Delegierten. Allerdings ist die Schwankungsbreite entsprechend hoch und somit alles möglich. Das republikanische Rennen wird bis zur allerletzten Vorwahl spannend bleiben. Und das ist dieses Mal keine leere Phrase.

WB: Sanders blamiert Clinton, Trump souverän

Eine herbe Enttäuschung gab es für die demokratische Favoritin Hillary Clinton am Dienstag: Bernie Sanders gewinnt überraschend die wichtige Vorwahl in Michigan. Dennoch steigt Clinton als mathematische Siegerin der Wahlnacht aus. Bei den Republikanern bleibt Donald Trump souverän auf Kurs Nominierung. Nächsten Dienstag wird es große Vorentscheidungen geben.

50:48 Prozent bei knapp 1,2 Millionen abgegebenen Stimmen: Bernie Sanders zeigt, dass Umfragen in Michigan gerne danebenliegen. Denn Analysten sahen Hillary Clinton in dem großen Bundesstaat vorne. Doch die wachsende Armut brachte Sanders auch bei Minderheiten akzeptable Werte. Der Trinkwasserskandal in Flint erhöhte die Abneigung gegen das Establishment, auch bei der letzten TV-Debatte ging die ehemalige First Lady gegen den Senator unter.

Delegierte auf Seiten Clintons, langes Rennen möglich
Auch wenn die Niederlage in Michigan einer Blamage gleicht, gewann Clinton in der Nacht mehr Delegierte als Sanders. Der Rückstand in Michigan war gering, in Mississippi konnte sie aber rund 83 Prozent der Stimmen hinter sich vereinen. Dementsprechend konnte sie ihren Vorsprung ausbauen. Dennoch: Michigan zeigt abermals, dass Sanders doch noch konkurrenzfähiger ist als kurzzeitig gedacht. Clinton bleibt natürlich Favoritin auf die Nominierung, das Rennen könnte sich aber bis zu den letzten Vorwahlen im Juni hinauszögern.

Trump souverän, Rubio in Problemen
Donald Trump konnte 3 der 4 Vorwahlen am Dienstag gewinnen. In Michigan gewinnt er klar mit 37% vor Ted Cruz und John Kasich. Kasich zeigt sich immer mehr als die eigentliche Alternative des Establishments, Marco Rubio geht in Michigan mit gerade einmal 9% unter. In Mississippi erreicht Trump gar 47% und gewinnt klar vor Ted Cruz. Abermals platziert sich Kasich mit 9% klar vor Rubio (5%). Zumindest in Hawaii konnte sich Rubio auf Platz 3 platzieren, das Bild vorne bleibt  aber dasselbe: Trump vor Cruz, dann lange nichts. In Idaho konnte Ted Cruz vor Trump, Rubio und Kasich gewinnen.

Brokered Convention wird wahrscheinlicher
Bei den Republikanern weist immer mehr darauf hin, dass Trump die Vorwahlen gewinnen wird. Die Frage wird aber, ob er die notwendige absolute Mehrheit für die Nominierung gewinnt. Wenn nicht, würde es eine Brokered Convention geben. Am Parteitag der Republikaner würde es dann ab dem 2. Wahlgang freie Wahl für alle Delegierten geben. Medial wird kolportiert, dass die Republikaner so eine Alternative zu Donald Trump nominieren könnten.

Nächster Super Tuesday als Vorentscheidung?
Am nächsten Dienstag wird es wieder heiß. Mit Florida, Illinois, Missouri, Ohio und North Carolina wählen allesamt recht große Staaten. Bei den Demokraten werden alle Vorwahlen mit proportionaler Delegiertenverteilung durchgeführt. Dennoch wird Clinton hier mehrere Siege brauchen, um nicht in eine Spirale von Niederlagen zu geraten, die sie weiter schwächen. Bei den Republikanern wählen alle Staaten außer North Carolina nach dem Winner-takes-it-all-System, der Erstplatzierte bekommt also alle Delegierten.

Bei den Republikanern könnte der Super Tuesday das Feld zertrümmern. Marco Rubio muss in seinem Homestate Florida gewinnen, ansonsten ist seine Kampagne am Ende. Ähnliches gilt für John Kasich in Ohio. In beiden Staaten führte Trump zuletzt knapp, während Kasich sich derzeit im Aufwind, Rubio sich im Tief befinden. Trump muss jedenfalls beide Staaten gewinnen, sonst wird eine Brokered Convention wahrscheinlich. Dementsprechend wird der nächste Dienstag viel entscheiden.

 

WB: Siege für viele Fronten, Ende für Carson

Am Super Saturday konnten bei den Demokraten Hillary Clinton und Bernie Sanders Siege einfahren, bei den Republikanern teilten sich Ted Cruz und Donald Trump einen Großteil der Delegierten auf. Marco Rubio erleidet einen weiteren Rückschlag, während Ben Carson seine Präsidentschaftsambitionen beendete.

Vor allem Ted Cruz konnte überraschen. Er gewann Kansas und Maine deutlich mit 46 beziehungsweise 48 Prozent. Auch konnte er Donald Trump in Kentucky und Louisiana noch sehr nahe kommen (36:32, 41:48 Prozent). Durch Trumps Siege in Louisiana und Kansas konnte Cruz jedoch nicht allzuviele Wahlmänner aufholen.

Eine Blamage setzte es für Marco Rubio. Der Senator aus Florida wurde abgeschlagen dreimal 3., in Maine landete er mir 8 Prozent gar nur auf dem 4. Platz. Sein Notnagel, sein Heimatstaat, stellt am nächsten Super Tuesday am 15. März wohl die letzte Chance für ihn dar, gleiches gilt für John Kasich mit seinen Homestate Ohio am gleichen Tag. Umfragen prognostizieren enge Rennen zwischen den beiden Homeboys und jeweils Donald Trump

2 Siege für Sanders, viele Wahlen folgen
Bernie Sanders konnte die beiden Caucuses in Kansas und Nebraska ganz klar für sich entscheiden. Durch den Sieg im größeren Louisiana (71 Prozent im erneut einseitig-wählendem Südstaat) gewann Hillary Clinton gestern mehr Delegierte.

Die Marschrichtungen in beiden Parteien bleiben somit gleich, bevor es bereits heute in die nächsten Vorwahlen geht. Die Republikaner wählen in Puerto Rico, die Demokraten halten in Maine ihren Caucus ab. Am Dienstag gibt es 4 Vorwahlen bei den Republikanern, 2 bei den Demokraten. Im Fokus liegt das große Michigan, wo beiderseits weitere Vorentscheidungen fallen könnten.

Ende für Carson
Mit nur 9 Delegierten aus den ersten rund 20 Vorwahlen verabschiedet sich Ben Carson aus dem Vorwahlkampf. Nachdem er im Herbst als Stimmenfänger der Protestwähler fungierte, ging diese Rolle relativ rasch an Donald Trump verloren. Der erzkonservative Neurochirurg begründete seinen Ausstieg mit mangelnden Chancen auf einen Vorwahlsieg.

WB Super Tuesday: Clinton Trump triumphieren

Am Super Tuesday wurden in 12 Staaten Vorwahlen abgehalten. Hillary Clinton und Donald Trump beenden die Nacht als große Sieger. Allerdings konnten auch Bernie Sanders, Ted Cruz und Marco Rubio Siege feiern, die Ihre Kampagnen am Leben erhalten.

Hillary Clinton konnte 8 der 12 demokratischen Vorwahlen für sich entscheiden. Besonders beeindruckend wirken die Siege in den großen Staaten Texas und Georgia. Mit 65% bzw. 71% wird sie aus diesen beiden Staaten alleine über 200 Delegierte zugesprochen bekommen.

Super Tuesday Demokraten

Sanders hält Kampagne am Leben
Es war aber kein uneingeschränkter Freudenabend für die ehemalige First Lady. Bernie Sanders gewinnt neben seinem Homestate Vermont auch Oklahoma und die beiden Caucuses in Colorado und Minnesota. Das ist zu wenig, um Clinton ernsthaft nahe zu rücken, jedenfalls aber genug, um weiterhin legitimiert im Rennen zu bleiben. Zudem konnte Clinton das liberale Massachusetts gewinnen. Das ist ein wahrer Keystone-Sieg für Clinton, der liberale Bundesstaat mit der großen Präsidentschaftsgeschichte im Osten des Landes wäre eines der wenigen Gebiete gewesen, in denen die Politik Sanders wirklich flächendeckend ankommen hätte müssen.

Cant stop the Trump
Bei den Republikanern gilt Donald Trump als der große Sieger. Er konnte insgesamt 7 der 12 Staaten gewinnen. Ted Cruz gewinnt dafür klar in seinem Homestate Texas. Marco Rubio landet in Minnesota seinen ersten Sieg bei diesen Vorwahlen. John Kasich kann mit 2. Plätzen in Massachusetts und Vermont aufzeigen. Aus Colorado gibt es noch keine Ergebnisse.

Super Tuesday Republikaner

Nachtrag: Ted Cruz konnte mittlerweile Alaska gewinnen.

Zu viel zum Weitermachen, zu wenig zum Aufgeben
Es gelang also niemanden, Donald Trump groß anzugreifen. Der Fernsehstar zieht weiter in Richtung Nominierung. Sowohl für Cruz als auch für Rubio sind die Ergebnisse letzten Endes aber zu gut, um nun das Handtuch zu schmeißen. Rubio könnte argumentieren, dass seine Angriffstaktik nun aufgehen zu beginnt, Cruz wird sich als einziger logischer Verfolger verkaufen. Dementsprechend könnte der Wahlkampf für sie noch weitergehen, ohne Aussicht auf Erfolg.

Nachschau des Livetickers

5:47 Clinton vs. Sanders
Mit seinen Erfolgen in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont und einem bis zuletzt Kopf an Kopf Rennen in Massachusetts gelingt es Bernie Sanders an diesem Super Tuesday Hillary Clinton auf den Fersen zu bleiben. Zudem hat Sanders mit seinem Erfolg beim Sammeln von Spenden, im Februar sammelte er über 40 Millionen US-Dollar, die nötigen Ressourcen für einen langen Vorwahlkampf. Das Duell zwischen dem Senator aus Vermont und der ehemaligen US-Außenministerin bleibt also spannend.

5:30 Zwischenstand
Demokraten:
Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Texas und Virginia
Bernie Sanders gewinnt in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont
Republikaner:
Donald Trump gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee und Virginia
Ted Cruz gewinnt in Oklahoma und Texas
Marco Rubio gewinnt in Minnesota

5:28 Auch den zweiten Caucasus der Demokraten gewinnt Bernie Sanders.

5:23 Marco Rubio gewinnt den Caucasus in Minnesota.

5:17 Massachusetts geht an Hillary Clinton.

5:05 Das erste Caucasus-Ergebnis: Bernie Sanders gewinnt in Colorado.

4:56 Caucasus-Zwischenstände
Marco Rubio könnte beim Caucasus der Republikaner den ersten Erfolg bei den Vorwahlen 2016 erzielen. Bei den Demokraten liegt Bernie Sanders sowohl beim Caucasus in Colorado als auch beim Caucasus in Minnesota in Führung.

4:25 Donald Trump gewinnt auch die Vorwahl in Arkansas.

4:10 Marco Rubio ist schon jetzt der Verlierer des Super Tuesdays. Er verliert nicht nur weiter Boden auf Donald Trump, er wird heute auch noch von Ted Cruz überholt. Wenn Rubio am 15. März in seinem Heimatstaat Florida nicht gewinnen kann, in dem die Delegierten nach dem The Winner Takes It All Prinzip vergeben werden, ist seine Kampagne endgültig gescheitert.

3:22 Zwischenstand
Demokraten:
Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Tennessee, Texas und Virginia.
Bernie Sanders gewinnt in Oklahoma und Vermont.
Republikaner:
Donald Trump gewinnt in Alabama, Georgia, Massachusetts, Tennessee und Virginia.
Ted Cruz gewinnt in Oklahoma und Texas.

3:15 Bernie Sanders feiert in Oklahoma seinen zweiten Sieg des Abends.

3:10 Nach Texas gewinnt Ted Cruz auch in Oklahoma er ist damit der einzige republikanische Kandidat der bis jetzt neben Donald Trump an diesem Super Tuesday in Staaten gewinnen kann.

3:00 Die Sieger der Vorwahlen in Texas heißen Hillary Clinton und Ted Cruz.

2:49 Mit einem Erfolg in Virginia feiert auch Donald Trump seinen fünften Sieg.

2:31 Hillary Clinton gewinnt in Arkansas, dem fünften Staat an diesem Abend. Bei den Republikanern ist der Staat too close to call.

2:28 Zwischenstand
Trump (Alabama, Georgia, Massachusetts, Tennessee) und Clinton (Alabama, Georgia, Tennessee, Virginia) haben jeweils in vier Staaten gewonnen, Bernie Sanders in seinem Heimatstaat in Vermont.

2:02 Donald Trump gewinnt drei weitere Staaten. Während Hillary Clinton in Alabama und Tennessee gewinnt liegt Bernie Sanders in Exit Polls sowohl in Massachusetts als auch in Oklahoma knapp vor Clinton.

01:45 In einer Rede vor seinen Anhängern in Vermont bedankt sich Bernie Sanders für die Unterstützung und kündigt an bis zum Ende des Abends noch hunderte Delegierte zu gewinnen.

01:28 Während bei den Republikanern Vermont und Virginia noch too close to call sind, richten sich die Augen der Demokraten bereits auf Alabama, Massachusetts, Oklahoma und Tennessee. In diesen vier Bundesstaaten schließen die Wahllokale um 2 Uhr MEZ. Bernie Sanders hofft dabei auf Erfolge in Massachusetts und Oklahoma.

01:06 Bei den Republikanern gewinnt Donald Trump in Georgia vor Ted Cruz und führt in Virginia knapp vor Marco Rubio. In Vermont liegt Trump gemeinsam mit John Kasich in Führung.

01:00 Die ersten Ergebnisse in Georgia, Vermont und Virginia
Bernie Sanders gewinnt, wenig überraschend, in seinem Heimatstaat Vermont, während sich Hillary Clinton in Georgia und Virginia durchsetzen kann.

00:30 In 30 Minuten schließen die ersten Wahllokale in Georgia, Virginia und Vermont (dem Heimatstaat von Bernie Sanders)

23:58 Die ersten Exit-Polls zeigen die Motive der Wähler zumindest 6 von 10 Wählern der Republikaner unterstützen die Forderung Muslimen, die nicht US-Staatsbürger sind, die Einreise in die USA zu verweigern.

22:40 An keinem anderen Tag der US-Vorwahlen werden so viele Delegierte vergeben wie heute Nacht am Super Tuesday. Bei den Demokraten geht es um mehr als ein Fünftel aller Delegiertenstimmen, die bei den Vorwahlen vergeben werden. Bei den Republikanern sind es sogar fast ein Viertel aller Delegierten.

Siege für Trump Clinton, Jeb Bush gibt auf

Eine große Dynastie steigt aus der Politik aus: Jeb Bush, ehemals großer Favorit, beendet nach einem 4. Platz in South Carolina seine Kampagne. Donald Trump sichert mit dem Sieg seine Spitzenposition ab, während sich Hillary Clinton in Nevada mit dem Sieg Luft gegenüber Bernie Sanders verschafft.

Nachdem das Rennen in Nevada immer mehr zum Krimi wurde, konnte Hillary Clinton doch noch den Sieg retten. Mit 53 Prozent liegt sie rund 6 Punkte vor Bernie Sanders. Ein großer Sieg für Clinton, zeigt er doch, dass sie ihre wichtigsten Gebiete im Süden und Westen anscheinend noch behaupten kann. Bei den gebundenen Delegierten, also jenen die effektiv gewählt werden, liegen Clinton und Sanders nun praktisch gleich auf (siehe Ergebnisse).

Knall bei den Republikanern
Das Ausscheiden von Jeb Bush war nicht die einzige große Meldung des republikanischen Wahlabends. Während Donald Trump mit 31 Prozent sicher gewinnen konnte, schob sich Marco Rubio mit 23 Prozent noch knapp vor Ted Cruz. Das ist überraschend, nachdem viele Experten Rubio nach schwacher Debatte und schlechtem Ergebnis in New Hampshire schon in Problemen gesehen haben. Jeb Bush und John Kasich lagen letztendlich bei 8 Prozent, Ben Carson bei 7.

Nun Duell Trump vs. Rubio?
Das Ausscheiden von Jeb Bush, der große Hoffnungen in den Südstaat South Carolina hegte, ändert die Dynamiken komplett. Donald Trump zeigt sich einerseits nun endgültig als Favorit auf die Nominierung. Wenn er weiter in dieser Art und Weise Delegierte hamstern kann, ist eine absolute Mehrheit für den Milliardär gar nicht mehr unrealistisch.

Währenddessen dürfte sich das Establishment nun doch auf die Seite von Marco Rubio schlagen. Bush und Rubio fischten im gleichen Wählerpool. Noch dazu kommen beide aus Florida. Es ist davon auszugehen, dass sich ein Großteil der Bush-Anhänger nun für Rubio einsetzt, der somit Trump ernsthaft naherücken könnte. John Kasich kann zudem den Schwung nach Platz 2 in North Carolina zumindest noch nicht nutzen.

Jetzt geht es so richtig los
Wir befinden uns trotz allem noch am Beginn der Vorwahlen. In nicht einmal zwei Wochen wird das Bild aber wohl klarer sein. Nachdem am kommenden Samstag die Demokraten in South Carolina und die Republikaner in Nevada wählen, geht es am Super Tuesday am 1. März gleich um 11 Staaten. Bis dahin könnten sich die wichtigsten Fragen zu beantworten beginnen: Gibt es einen Zweikampf zwischen Trump und Rubio und kann Sanders Clinton wirklich noch gefährlich werden? Zur letzten Frage: Es sieht derzeit so aus, als könnte Clinton den allerletzten Rettungsreifen noch ergreifen.

WB: Clinton Trump auf Kurs, Rubio out

Das Ergebnis des 2. Super Tuesdays ist nicht überraschend, trotzdem eine riesige Entwicklung. Hillary Clinton ist nach 5 Siegen in 5 Staaten nun wohl nicht mehr einholbar. Auch steht nun praktisch fest, dass Donald Trump die Vorwahlen als Sieger beenden wird, seine Nominierung steht aber trotzdem auf der Schwebe. John Kasich gilt nun als Retter des Establishments, während Marco Rubio seine Kampagne und wohl auch seine politische Karriere an den Nagel hängt.

Hillary Clinton wird die Nominierung der Demokraten gewinnen. Obwohl sie von den notwendigen Delegierten mathematisch noch ein Stück entfernt ist, ist ihr der Sieg praktisch nicht mehr zu nehmen. Wie vor wenigen Tagen beleuchtet, zeigt Bernie Sanders auch am 2. Super Tuesday gute Performances. Einzelne Siege und überraschend knappe 2. Plätze reichen allerdings nicht aus, um die dominierende ehemalige First Lady zu besiegen.

Ergebnisse Demokraten 15.03.

Vor allem nicht, wenn knappe Rennen verloren gehen. Die hauchdünnen Niederlagen in Illinois und Missouri sind für Sanders schmerzvoll. Ob knapper Sieg oder knappe Niederlage ändert zwar nicht viel an den gewonnenen Delegierten, zusätzliches Momentum geht aber verloren. Besonders die klaren Siege Clintons in den delegiertenreichen Staaten Florida, North Carolina und Ohio vergrößern ihren Vorsprung immens.

Clintons indirekte Siegesrede
Auch Clinton selbst sieht das Rennen wohl schon als gewonnen an. Sie gratulierte ihrem Kontrahenten kurz zu seiner guten Kampagne und beschäftige sich in ihrer Siegesrede ansonsten nur mit Donald Trump. Bernie Sanders will von einem Ende seiner Bewerbung jedoch nichts wissen. Es ist gut möglich, dass er mit seinem Weiterkämpfen die endgültige Entscheidung noch bis in den Juni hinauszieht (California wählt mit 475 Delegierten erst am 7.6.). An der Nominierung Clintons wird das aber nichts mehr ändern.

Trump wird Vorwahl gewinnen, aber
Auch als praktisch fix gilt, dass Donald Trump die republikanischen Vorwahlen als 1. beenden wird. Er wird mit großem Vorsprung zum Parteitag der Grand Old Party im Juli fahren. Doch, ob er auch wirklich nominiert wird, bleibt gänzlich offen. Wie im Vorbericht zum Super Tuesday gezeigt, liegt Trump in aktuellen Hochrechnungen knapp an der Schwelle der für die absolute Mehrheit notwendigen 1.237 Delegierten. Erreicht er diese Zahl nicht, wird das Establishment alles versuchen, um einen anderen Kandidaten bei den dann völlig freien Delegierten durchzuschummeln.

Ergebnisse Republikaner 15.03.

Dieses Establishment hat im Wahlkampf nun ein neues Aushängeschild: John Kasich nimmt Donald Trump mit einem klaren Sieg in Ohio 66 wichtige Delegierte weg und bewirkt eben damit, dass der Baulöwe um die absolute Mehrheit kämpfen muss. Wenige Delegierte und somit auch wenige Stimmen in einzelnen Vorwahlrennen könnten darüber entscheiden, ob Trump knapp über 1.237 kommt oder nicht.

Ende für Marco Rubio
Während Ted Cruz am Wahlrennen in Missouri fast gewinnen konnte, sonst aber farblos bleibt, ist das Rennen für den nächsten ehemaligen Top-Favoriten gelaufen: Marco Rubio gibt auf. Ihm ereilt das Todesurteil, in seinem Heimatstaat nicht gewinnen zu können. Er erreicht in Florida gerade einmal 27% und verliert klar gegen Donald Trump, der alle 99 Delegierten gewinnt. Auch in den anderen Staaten ging er unter, er verlor das Establishment zum Großteil an Kasich. Seine politische Karriere ist somit zumindest vorerst beendet, nachdem er auch nicht zur Wiederwahl für seinen Senatssitz antritt. In seiner letzten Rede rief er die Republikaner nochmals dazu aus, konservative Werte, nicht Angst und Wut zu wählen.

Verschnaufpause
Der große Wahlmärz ist somit zu Ende. Zwar stehen laufend weitere Vorwahlen an, unter anderem am nächsten Dienstag im größeren Arizona, doch richtig ernst wird es erst wieder Mitte April, wenn die Vorwahlen in New York, Pennsylvania und einigen vorwiegend östlichen Staaten vonstatten gehen.

WB Super Tuesday: Trump kämpft um Absolute

Heute steht bei den Republikanern eine weitere Vorentscheidung an: In 5 Staaten und auf den Northern Marianas wählen die Parteianhänger ihren favorisierten Präsidentschaftskandidaten. Es wird sich heute wohl auch vorentscheiden, ob Donald Trump die absolute Mehrheit an Delegierten hinter sich vereinen kann, oder ob die Republikaner vor einer Brokered Convention, also einem Nominierungskonvent ohne Nominierten, stehen. Warum gerade heute? Mit Ohio und Florida wählen die zwei wohl wichtigsten Bundesstaaten der Hauptwahl, dazu noch nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip.

Zwischenstand und Ergebnisse der Vorwahlen der Republikaner finden Sie hier.

Bei diesen 6 Wahlgängen alleine werden 295 Delegierte ausgeschüttet, 1.237 braucht es für die absolute Mehrheit. Donald Trump liegt in den Umfragen überall in Führung oder knapp dahinter auf Rang 2. In einem Rennen mit 4 konkurrenzfähigen Bewerbern reicht das allerdings nicht. Es braucht deutliche Siege und viele Delegierte, um eben mit der absoluten Mehrheit die Nominierung abzusichern. Genau hier liegt der Knackpunkt: Es wird laut Hochrechnungen von FiveThirtyEight sehr knapp mit der absoluten Mehrheit für Trump.

Illinois, Missouri und North Carolina
Doch beginnen wir bei jenen drei Staaten, die ihre Delegierten nicht gänzlich nach dem Winner-takes-it-all-Modell vergeben. In Illinois (69 Delegierte), North Carolina (72) und Missouri (52) liegt Trump überall vorne. Allerdings ist Ted Cruz dem Baulöwen auf den Fersen. In North Carolina wird proportional gewählt, in Missouri gibt es alle Delegierten bei absoluter Mehrheit (nicht wahrscheinlich), Illinois hat ein abgewandeltes System, in denen Winner-takes-it-all in den einzelnen Kongressbezirken gilt. Hier geht es für Trump darum, möglichst 1. zu werden und Delegierte zu hamstern.

Florida & Ohio: All or nothing
In Florida und Ohio werden die Vorwahlen vorentschieden. 99 Delegierte in Florida und 66 in Ohio werden ganz einfach vergeben: Wer 1. wird, bekommt alle Stimmen. Donald Trump braucht diese Vorwahlsiege unbedingt. Er ist laut den schon erwähnten Hochrechnung auf dem Weg, rund 1.300 Delegierte zu gewinnen. Verliert er Ohio, schwebt er an der Grenze, verliert er Florida, ist er darunter, verliert er beide Staaten, ist die Absolute sehr wahrscheinlich weg. In Florida ist damit jedoch nicht zu rechnen, Marco Rubio scheint ihm in den Umfragen nicht nahe genug zu kommen.

In Ohio hat ihn allerdings John Kasich, der Gouverneur des Bundesstaates, in letzten Umfragen überholt. Eine Niederlage würde einfach bedeuten, dass Trump um die Nominierung kämpfen muss und, sollte es nicht zu großen Veränderungen kommen, wenige Stimmen ausschlaggebend sein könnten, ob Trump nun nominiert wird, oder nicht.

Schreckgespenst Brokered Convention
Die Republikaner halten vom 18. bis zum 21. July in Cleveland Ohio ihren Nominierungskonvent ab. Normalerweise ist dieser ein Schaulaufen des designierten Präsidentschaftskandidaten, umrundet mit Reden aller Parteigrößen. Gibt es jedoch keinen fixen Nominierten, sieht die Welt anders aus. Alle Bewerber buhlen um die Delegierten, die im Laufe des Wahlprozesses großteils freigestellt werden, also nicht mehr an die Vorwahl in ihrem Bundesstaat gebunden sind. Das kann in einer unendlichen Anzahl an Wahlgängen enden, bis letztendlich ein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht.

Wahlgänge im Detail
Im ersten Wahlgang sind 95% der Delegierten gebunden, sie müssen also so wählen, wie es die Vorwahlen bestimmt haben. 5% sind frei und können wählen, wen sie wollen. Hat danach kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, kommt es zum zweiten Wahlgang. In diesem sind nun 57% der Delegierten frei zu wählen, wen sie wollen. Gibt es immer noch keinen Sieger dürfen ab dem 3. Wahlgang 81% der Delegierten frei wählen. Ob und wann Delegierte frei wählen dürfen, hängt von den Regelungen in Ihren Bundesstaaten ab.

2012 etablierten die Republikaner zudem eine neue Regel: Ein Kandidat muss in zumindest 8 Vorwahlen mehr als 50% der Stimmen gewinnen, um nominiert werden zu können. Donald Trump gewann bis jetzt bei 5 Vorwahlen mit absoluter Mehrheit. Die Republikaner setzen derzeit alles daran, diese Regel abzuschaffen.

Überraschungen möglich
Man darf bei den Delegierten jedoch nicht vergessen: Sie werden von den einzelnen Kampagnen aufgestellt, dass heißt, sie sympathisieren mit jenem Kandidaten, für den sie auch als Delegierter zur Convention fahren. Es entstehen Pattstellungen. Eine Nominierung Trumps ist bei einer Brokered Convention unrealistisch, über seine eigenen Delegierten hinaus ist er unpopulär. Gleiches gilt für Ted Cruz. Marco Rubio wird als zu liberal angesehen. Gleiches gilt auch für John Kasich. Allerdings spricht für ihn in am meisten, darum ist er auch noch im Rennen. John Kasich ist gut vernetzt und gilt gegen Hillary Clinton als am chancenreichsten. Er ist bei Unabhängigen sehr beliebt und zudem Gouverneur des wichtigsten Battlegrounds der Wahl: Ohio.

Wie schon in einem früheren Artikel erklärt, konnte noch kein Republikaner die Präsidentschaft ohne Sieg in Ohio gewinnen. Das dürfte sich auch 2016 nicht ändern. Zudem könnte Kasich im Nachbarstaat Pennsylvania gut abschneiden. Eine Niederlage der Demokraten in Pennsylvania wäre einer Wahlniederlage praktisch gleichzusetzen. Sein Argument wäre also, dass er die Präsidentschaft zu den Republikanern am ehesten zurückholen könnte.

Oder es gibt eine Überraschung und die Republikaner einigen sich auf einen Kandidaten, der erst gar nicht zu den Vorwahlen angetreten ist. Viel wurde über Mitt Romney spekuliert. Er schließt einen erneuten Versuch allerdings aus. Auch sein Vizepräsidentschaftskandidat von 2012, der jetzige Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, steht hoch im Kurs. Oder eben ein Kandidat, mit dem jetzt noch niemand rechnet. Was auch immer passiert, die Republikaner stehen mitten im Chaos: Entweder sie bekommen einen machthungrigen und irrationalen Quereinsteiger oder eine unklare Vorwahl. Jedenfalls müssen sie zur Hauptwahl viel Schaden reparieren.

 

WB: Neue Hoffnung für Bernie Sanders

Nach dem sensationellen Erfolg von Bernie Sanders in Michigan schöpft das Wahlkampfteam des Senators aus Vermont neue Hoffnung Hillary Clinton doch noch zu besiegen. Doch um das Momentum des Überraschungssiegs zu nutzen, braucht der Senator aus Vermont vor allem eines: Weitere Siege.

Den aktuellen Zwischenstand bei den Vorwahlen der Demokraten finden Sie hier.
Schon am kommenden Dienstag wird es erneut spannend. Dann finden im Rennen um die Nominierung der Demokraten Primaries in fünf Bundesstaaten statt. An diesem „Mini Super Tuesday“ geht es in Florida, Illinois, Ohio, North Carolina und Missouri um 691 der insgesamt 4.051 Delegiertenstimmen, die durch die Vorwahlen vergeben werden. Um in Florida, dem größten Staat des Mini Super Tuesdays, zu punkten, war Hillary Clinton bereits Anfang März in Miami um Early Voters von sich zu überzeugen.

Dass die ehemalige US-Außenministerin bei 13 der 22 Vorwahlen gewinnen konnte, verdankt sie besonders den afroamerikanischen Wählern. Sie erhoffen sich von Clinton vor allem eine Fortsetzung der Politik Obamas. Mit teilweise mehr als 80% gewann die ehemalige US-Außenministerin in zahlreichen Bundesstaaten von Texas bis nach Virginia in dieser Wählergruppe. Diese Bundesstaaten im Süden der USA haben nach dem „Mini Super Tuesday“ am kommenden Dienstag jedoch allesamt gewählt.

Zudem ist es Clinton selbst nach dem Neustart ihrer Kampagne nach der Wahlniederlage in New Hampshire nicht gelungen, von den Wählern als ehrlicher und vertrauenswürdiger wahrgenommen zu werden. Auch unter jungen Wählern liegt die ehemalige US-Außenministerin deutlich hinter Bernie Sanders.

Im Team des Senators aus Vermont hofft man besonders darauf, mit Erfolgen bei den kommenden Vorwahlen an der Westküste und im Mittleren Osten der USA weiter aufholen zu können. Nur eines scheint jedoch schon jetzt klar: Die Chancen von Clinton auf eine schnelle Vorentscheidung im Kampf um die Nominierung sind wohl endgültig dahin.

Ein harter Schlagabtausch in Miami

In den Umfragen für die kommenden Vorwahlen liegt Sanders noch zurück, doch wie viel mit einer guten Debatte gewonnen werden kann, hat nicht zuletzt der Wahlsieg in Michigan gezeigt. Zuvor noch scheinbar hoffnungslos mit 21% Rückstand in den Umfragen, gelang ihm dennoch ein unerwarteter Sieg. Auch deshalb waren am vergangenen Mittwoch alle Augen nach Miami gerichtet, wo sich Hillary Clinton und Bernie Sanders zur letzten TV-Konfrontation vor dem „Mini Super Tuesday“ trafen.

In Florida, einem Bundesstaat mit einem besonders hohen Anteil an Wählern mit lateinamerikanischer Herkunft, stand besonders die Migrationspolitik im Mittelpunkt. Dabei waren sich Sanders und Clinton nur in ihrer Ablehnung von Abschiebungen von Kindern und nicht straffällig gewordenen illegalen Migranten einig. Während sich Clinton dafür aussprach, alle Illegale, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit wären, abzuschieben, kritisierte Sanders die Ausweisungen unter der Regierung von Präsident Obama. Die ehemalige US-Außenministerin warf dem Senator aus Vermont vor, 2007 gegen einen Gesetzesentwurf zur Einwanderungsreform gestimmt zu haben. Im Gegenzug attackierte Sanders Clinton für ihre frühere Forderung, Immigranten ohne gültige Papiere keine Führerscheine zu geben.

Auch bei der Wirtschaftspolitik schenkten sich die beiden Kandidaten der Demokraten nichts. Hillary Clinton kritisierte Bernie Sanders erneut dafür, gegen das Rettungspaket für die Autoindustrie gestimmt zu haben. Sanders begründete seine Ablehnung damit, das Rettungspaket sei vor allem ein Paket zugunsten der Wall Street gewesen. Der Senator aus Vermont kritisierte die ehemalige US-Außenministerin einmal mehr für ihre Zustimmung zum Irakkrieg und ihre Nähe zur Wall Street. Ob es Bernie Sanders bei der Debatte gelungen ist, ähnlich wie in Michigan Wähler von sich zu überzeugen, werden die Vorwahlen am kommenden Dienstag zeigen.

WB: Super Tuesday: Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig

Die große Vorentscheidung am Super Tuesday blieb aus. Zwar konnten Hillary Clinton und Donald Trump klare Siege erringen, doch bleiben Bernie Sanders, Marco Rubio und Ted Cruz durch gute Einzelergebnisse im Rennen. Dennoch zeigt sich immer klarer, dass das Hauptwahlduell auf Clinton und Trump herausläuft. Letztendlich könnten sich beide Vorwahlen aber noch lange herauszögern, denn die Kampagnen der Verfolger können lange am Leben erhalten werden, ohne Aussicht auf einen Erfolg am Ende.

Bernie Sanders konnte auf Seiten der Demokraten sein Pflichtprogramm weitgehend erfüllen. Lediglich Massachusetts ging von den umkämpften Staaten an Clinton. Das ist für Sanders jedoch schmerzhaft. Massachusetts gilt als einer der sehr liberalen Staaten in New England. Ähnlich wie in Vermont, Connecticut, Maine oder Maryland zählen für ihn hier nur Siege, um zumindest eine kleine Koalition gegen die Clinton-Staaten aufzubauen. Auch zeigt sich, dass Sanders bei den Caucuses weiterhin sehr stark bleibt, wie die Erfolge in Colorado und Minnesota zeigen.

Praxis und Mathematik
Hillary Clinton zieht bei den Delegierten nun über die Anzahl von 1.000 hinweg und hat somit schon fast die Hälfte der notwendigen Stimmen für die Nominierung hinter sich. Während es praktisch geschehen nicht so aussieht, als könnte Sanders Clinton wirklich noch einholen, dauert es bis zum mathematischen Sieg für die ehemalige First Lady noch sehr lange. Das liegt unter anderem daran, dass große Staaten wie New York und Pennsylvania erst Ende April, der größte Staat California gar erst im Juni wählt.

Dementsprechend kann es passieren, dass Sanders seine Kampagne noch lange am Leben erhält, eben weil Clinton mathematisch das Ziel noch ebenso lange nicht erreichen könnte. Das schadet Clinton: Ihr Sieg wirkt weniger fulminant, die Parteifronten können erst später geeinigt werden und letzten Endes muss sie ihre Wahlkampfstrategie weiterhin auf Vorwahl ausrichten und kann noch nicht taktisch notwendig für die Hauptwahl in die politische Mitte rücken.

Nur Einzelerfolge für Trump-Verfolger
Für die beiden Verfolger von Donald Trump, Marco Rubio und Ted Cruz, wird die Situation auch schwieriger. Ted Cruz ist bei den Delegierten der erste Verfolger Trumps. Er gewinnt auch am Super Tuesday immerhin 3 Staaten. Sein Ass im Ärmel, sein Heimatstaat Texas, spielte ganz nach seinen Vorstellungen. Marco Rubio konnte in Minnesota immerhin seinen ersten Sieg erreichen. Doch das ist zu wenig. Die knappe Niederlage in Virginia könnte sich rächen, hier wäre ein wenig Momentum für Rubio möglich gewesen. Während John Kasich und Ben Carson wohl endgültig nur mehr als kleine Stimmendiebe der Favoriten fungieren, sucht der Rest des Feldes verzweifelt nach Staaten, in denen Trump besiegbar ist.

Für Rubio und Cruz sieht es nach den Umfragen aber für die nächsten Wahlgänge bitter aus. Trump wird bereits am Samstag weitere große Siege feiern. Für Rubio gibt es aber zumindest noch die große Hoffnung auf Florida. Am nächsten kleinen Super Tuesday in 2 Wochen werden nämlich alle 99 Delegierten aus seinem Homestate nach dem Winner-takes-it-all-Verfahren vergeben. Jedoch führt auch hier Trump, der Sieg für Rubio ist aber noch möglich.

Das Unvermeidbare herauszögern
In den meisten Bundesstaaten, die demnächst wählen, liegt Trump vor Rubio und Cruz. So gesehen könnte es passieren, dass der Senator aus Florida seinen Kollegen aus Texas überholt. Jedenfalls rangeln sich beide nur um Platz 2. Mit ihren punktuellen Erfolgen schaffen sie wohl nur eines: Die Nominierung von Donald Trump herauszuzögern, eben am politischen Leben bleiben, weil man zum Sterben gerade noch zu agil ist.