Nach dem sensationellen Erfolg von Bernie Sanders in Michigan schöpft das Wahlkampfteam des Senators aus Vermont neue Hoffnung Hillary Clinton doch noch zu besiegen. Doch um das Momentum des Überraschungssiegs zu nutzen, braucht der Senator aus Vermont vor allem eines: Weitere Siege.

Den aktuellen Zwischenstand bei den Vorwahlen der Demokraten finden Sie hier.
Schon am kommenden Dienstag wird es erneut spannend. Dann finden im Rennen um die Nominierung der Demokraten Primaries in fünf Bundesstaaten statt. An diesem „Mini Super Tuesday“ geht es in Florida, Illinois, Ohio, North Carolina und Missouri um 691 der insgesamt 4.051 Delegiertenstimmen, die durch die Vorwahlen vergeben werden. Um in Florida, dem größten Staat des Mini Super Tuesdays, zu punkten, war Hillary Clinton bereits Anfang März in Miami um Early Voters von sich zu überzeugen.

Dass die ehemalige US-Außenministerin bei 13 der 22 Vorwahlen gewinnen konnte, verdankt sie besonders den afroamerikanischen Wählern. Sie erhoffen sich von Clinton vor allem eine Fortsetzung der Politik Obamas. Mit teilweise mehr als 80% gewann die ehemalige US-Außenministerin in zahlreichen Bundesstaaten von Texas bis nach Virginia in dieser Wählergruppe. Diese Bundesstaaten im Süden der USA haben nach dem „Mini Super Tuesday“ am kommenden Dienstag jedoch allesamt gewählt.

Zudem ist es Clinton selbst nach dem Neustart ihrer Kampagne nach der Wahlniederlage in New Hampshire nicht gelungen, von den Wählern als ehrlicher und vertrauenswürdiger wahrgenommen zu werden. Auch unter jungen Wählern liegt die ehemalige US-Außenministerin deutlich hinter Bernie Sanders.

Im Team des Senators aus Vermont hofft man besonders darauf, mit Erfolgen bei den kommenden Vorwahlen an der Westküste und im Mittleren Osten der USA weiter aufholen zu können. Nur eines scheint jedoch schon jetzt klar: Die Chancen von Clinton auf eine schnelle Vorentscheidung im Kampf um die Nominierung sind wohl endgültig dahin.

Ein harter Schlagabtausch in Miami

In den Umfragen für die kommenden Vorwahlen liegt Sanders noch zurück, doch wie viel mit einer guten Debatte gewonnen werden kann, hat nicht zuletzt der Wahlsieg in Michigan gezeigt. Zuvor noch scheinbar hoffnungslos mit 21% Rückstand in den Umfragen, gelang ihm dennoch ein unerwarteter Sieg. Auch deshalb waren am vergangenen Mittwoch alle Augen nach Miami gerichtet, wo sich Hillary Clinton und Bernie Sanders zur letzten TV-Konfrontation vor dem „Mini Super Tuesday“ trafen.

In Florida, einem Bundesstaat mit einem besonders hohen Anteil an Wählern mit lateinamerikanischer Herkunft, stand besonders die Migrationspolitik im Mittelpunkt. Dabei waren sich Sanders und Clinton nur in ihrer Ablehnung von Abschiebungen von Kindern und nicht straffällig gewordenen illegalen Migranten einig. Während sich Clinton dafür aussprach, alle Illegale, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit wären, abzuschieben, kritisierte Sanders die Ausweisungen unter der Regierung von Präsident Obama. Die ehemalige US-Außenministerin warf dem Senator aus Vermont vor, 2007 gegen einen Gesetzesentwurf zur Einwanderungsreform gestimmt zu haben. Im Gegenzug attackierte Sanders Clinton für ihre frühere Forderung, Immigranten ohne gültige Papiere keine Führerscheine zu geben.

Auch bei der Wirtschaftspolitik schenkten sich die beiden Kandidaten der Demokraten nichts. Hillary Clinton kritisierte Bernie Sanders erneut dafür, gegen das Rettungspaket für die Autoindustrie gestimmt zu haben. Sanders begründete seine Ablehnung damit, das Rettungspaket sei vor allem ein Paket zugunsten der Wall Street gewesen. Der Senator aus Vermont kritisierte die ehemalige US-Außenministerin einmal mehr für ihre Zustimmung zum Irakkrieg und ihre Nähe zur Wall Street. Ob es Bernie Sanders bei der Debatte gelungen ist, ähnlich wie in Michigan Wähler von sich zu überzeugen, werden die Vorwahlen am kommenden Dienstag zeigen.