Bei den Vorwahlen in der Nacht auf Mittwoch zeigte sich abermals, dass Bernie Sanders bei Caucus-Wahlen dank hoher Wählermobilisierung die Nase vorne hat. Hillary Clinton kann Sanders Siege in Utah und Idaho aber durch einen klaren Gewinn von Arizona kompensieren. Bei den Republikanern gewinnt Donald Trump Arizona, Ted Cruz Utah. Nachdem beide Staaten nach dem Prinzip Winner-takes-it-all-Prinzip wählten, wird die Route zu einer absoluten Mehrheit für Trump abermals enger.

Über praktisch unendliche Schlangen wurde bei den Caucuses in Utah und Idaho berichtet. Bernie Sanders schafft es erneut, für diese zeitaufwändige Wahlform mehr Menschen zu begeistern als Hillary Clinton. Mit 78 Prozent wird der Senator aus Vermont hier zumindest 17 der 23 Delegierten für sich beanspruchen. In Utah ist das Bild ähnlich: 80 Prozent wählten Sanders, hier gibt es insgesamt 33 Delegierte zu gewinnen.

Auf die Vorwahlen hat das allerdings keine großen Auswirkung. Erstens sind Utah und Idaho tief republikanische Staaten und haben somit kein großes Wort. Zweitens sind beide Staaten im Westen der USA klein. Hillary Clinton kann mit dem Sieg bei den Primaries in Arizona (58 zu 40 Prozent) wohl rund 50 der 75 Delegierten für sich beanspruchen und somit die Verluste in Idaho und Utah zu einem weiteren Ausbau ihres Vorsprungs umwandeln.

Bernie Sanders ist zudem der Favorit der im Ausland lebenden Demokraten. Mit rund 69 Prozent der Stimmen gewinnt er 9 der 13 Delegierten, welche die Parteianhänger in 39 Ländern weltweit vergeben konnten. Clinton erhält lediglich 31 Prozent und 4 Delegierte.

Siege für Trump und Cruz
Bei den Republikanern kann Donald Trump einen weiteren recht klaren Sieg für sich verbuchen. In Arizona gewinnt er mit 47 Prozent vor Ted Cruz mit 25 Prozent. Arizona wählt nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip, somit gehen alle 58 Delegierten an den Baulöwen. Ted Cruz gewinnt in Utah. Mitt Romney ebnete mit seiner Unterstützung für Cruz im Mormonen-Staat den Weg. Mit 69 Prozent dominiert der Tea-Party-Anhänger hier das Feld, Trump wird mit 14 Prozent gar nur 3. hinter John Kasich (17%). Alle 40 Delegierten gehen hier an Cruz.

Contested Convention wird wahrscheinlicher
Während es bei den Demokraten immer klarer wird, dass Clinton zwar noch lange kämpfen muss, letztendlich aber die Vorwahlen gewinnen dürfte, versinken die Republikaner immer mehr in Unsicherheit. Niederlagen in Staaten, die nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip wählen, sind Gift für Trump. Es zeigt sich, dass es auf wenige Delegierte und marginale Unterschiede in einzelnen Bundesstaaten ankommen könnte, ob Trump die für die Nominierung notwendige absolute Mehrheit von 1.237 Delegierten erhält oder nicht. Die letzte Prognose von 538 sieht Trump bei nur 1.208 Delegierten. Allerdings ist die Schwankungsbreite entsprechend hoch und somit alles möglich. Das republikanische Rennen wird bis zur allerletzten Vorwahl spannend bleiben. Und das ist dieses Mal keine leere Phrase.